Das sind unsere Erfahrungen

Werner Kühnle, 62 Jahre Erfolgsgeschichten

Erfahrungsbericht

Es war leise Verzweiflung wegen ständigem Betrunkenseins das mich im Dezember 2020 zum Freundeskreis Stuttgart – Hedelfingen geführt hat. Meine Familie hat mir dringend geraten, endlich Hilfe zu suchen.

Auf dem Weg zur Wohnung komme ich an den „Amtlichen Bekanntmachungen der Stadt“ vorbei. Hier befindet sich ein Aushang des Freundeskreises. Es dauerte allerdings 2 Jahre um den ersten Schritt zu wagen. Ich wollte mich meiner Situation stellen, das erforderte Mut, ohne fremde Hilfe ist man als Trinker verloren. Selbsttherapie ist zum Scheitern verurteilt, verlorene Zeit.

Ich besuche den Freundeskreis, weil meine Situation sich verschlechtert hat, ich konnte keinen Tag ohne Alkohol aushalten. Die körperlichen Ausfallserscheinungen waren nicht mehr zu verbergen. Ich litt unter Herz-Kreislaufproblemen und Atemnot. Mein Vater war Alkoholiker und ist an den Folgen daran gestorben. Mir droht dasselbe wenn ich nicht aufhöre. Mit Hilfe des Freundeskreises will ich das abwenden.

Ich wurde bei meinem ersten Besuch des Freundeskreises sehr freundlich aufgenommen. Der FK-Leiter hat mich begrüßt und ich hatte die Gelegenheit, meinen Lebenslauf und meine „Trinkerkarriere“ vorzustellen. Das war überhaupt nicht peinlich. Lauter freundliche Menschen, eine sehr positive Erfahrung. Wer mit den Menschen in dieser Gruppe nicht zurechtkommt, kommt nirgends mehr zurecht. Ich kann nur das Beste berichten.

Die Leitung und die Beiträge von Karl-Heinz Mödinger, Jürgen Kuppe und Peter Massek gefallen mir sehr gut. Unaufgeregte Atmosphäre, souveräne Gruppenleitung, das Thema Alkoholismus wird richtig dargestellt und erläutert. Die Beratung durch den Freundeskreis hat mir schon in kurzer Zeit zu Terminen beim Psychiater und der Suchthilfe/-beratung verholfen.

Hilfe ist möglich, es gibt andere Menschen, mit ähnlichen bzw. gleichen Problemen. Das Sprechen darüber ist hier überhaupt kein Problem, sondern eine Befreiung. Nach nur zwei Besuchen des Freundeskreises war mir klar, die richtige Entscheidung für mich und meine Familie getroffen zu haben. Ein erster Schritt ist getan und meine Familie ist froh. Das auf die „lange Bank schieben“ ist vorbei. Ich leite konkrete Schritte ein, um zu überleben.

Die Menschen im Freundeskreis hören zu, sind interessiert, stellen Fragen und geben Antworten, sie geben Hoffnung. Durch ihre Berichte über den Alltag und mögliche Gefahren eines Rückfalls motivieren sie. Ich fühle mich gut aufgehoben. So gefestigt möchte ich auch mal werden, mein Ziel.

Der FK-Leiter Karl-Heinz Mödinger und seine Stellvertreter, sind durch ihre Präsenz Hilfe, den Weg weiterzugehen und durchzuhalten. Die Redebeiträge der Gruppenmitglieder geben Mut, es ebenfalls zu schaffen.

Die Selbsthilfegruppe in meinen Alltag einzubauen ist kein Problem für mich. Ich werde alles versuchen, regelmäßig teilzunehmen. Mir geht es gut, diesen Bericht geschrieben zu haben. Es fällt mir leichter über meine Probleme zu sprechen, wer mich von früher kennt, würde dies für unmöglich halten.